WANJA
Geht zur Schule, liest, spielt in "Hässlichkeit" der BURG Theater Community. Divers. Fotografiert im Cafe Ritter und vor dem Haus des Meeres Wien.
"Wanja und die Worte" Schülerin, liebt lesen, spielt in "Hässlichkeit" im BURG Theater Vestibül von Ensemble & Saliha Shagasi
Interviews & Portraits für die BURG Theater Community, 2026 fotographiert im Park vor dem Haus des Meeres
peta: "Ich finde dass das Thema „Hässlichkeit“ super mutig ist, gerade jetzt, in Zeiten von Instagram-Filter, Hochglanz, „Wir sind alle so perfekt“."
Wanja: "Das ist ein sehr zentrales Thema."
peta: "Ich hätte mich in dem Alter voll nicht getraut. Findest du, dass du mutig bist? Im Stück? Und prinzipiell?
Wanja: "Ja. Prinzipiell auf jeden Fall, ja, wirklich. Im Stück auch. Ich meine, es ist generell von uns allen mutig, dass wir in unserem Alter mit all unseren Unsicherheiten auf diese Bühne gehen und diese Unsicherheiten quasi preisgeben. Das ist wirklich..."
peta: "Großer Respekt! Viele von uns haben ja gesagt, es geht nur um die innere Schönheit. Was hältst du davon? Stimmt das oder haben wir uns damit einfach angelogen? Da gibt es ja natürlich auch eine Grauzone. Trauen sich die Leute über die äußere Schönheit zu reden?"
Wanja: "Ja, es gibt diese Grauzone. Viele sind in die innere Schönheit gekommen und haben halt einfach das gesagt, was man bei solchen Fragen einfach sagt. Und ja, die innere Schönheit war tatsächlich ein großes Thema. Es ist keine Lüge, aber ich zitiere jetzt aus dem Stück. Eine Person sagt in ihrem Monolog, „Und da sagt ihr immer, die inneren Werte zählen. Hört doch auf uns zu verarschen.“ Ja, an und für sich, es stimmt, die inneren Werte zählen, aber die äußeren leider auch."
peta: "Was findest Du im Leben wichtig? Also jetzt gerade?"
Wanja: "Jetzt finde ich es wichtig, nicht so viele Sachen zu überdenken und das Leben generell zu genießen. Das wird sich auch, glaube ich, nicht so schnell ändern. Und ja, das ist quasi ein Hauptprinzip."
peta: "Was nervt Dich?"
Wanja: "Mehrere Antworten. Mich nerven Leute, die mir überwiegend sagen, was ich tun soll und dabei keine einzige Regel hinterfragen, die sie mir aufbürden. Das finde ich furchtbar. Leute, die mich in den Schubladen zwängen wollen, weil sie sich etwas außerhalb davon nicht vorstellen können."
peta: "Was bedeutet Freundschaft für Dich?"
Wanja: "Sich gegenseitig unterstützen. Über Dinge lachen können. Das sind so die zwei Hauptdinge. Loyalität. Keine Intrigen hinter einem Rücken oder irgendwelche Oberflächlichkeit. Ja, das bedeutet Freundschaft für mich. "
peta: "Findest du, da ist ein sehr großer Unterschied in dem, was die Gesellschaft von Mädchen und von Burschen will und verlangt oder erwartet?"
Wanja: "Natürlich, ja, sicher. Die Erwartungen in der heutigen Zeit im allgemeinen an Burschen sind viel. Genauso aber auch an weiblich gelesene Personen. In einem Buch hat ein Typ mal davon erzählt, dass niemand ihm erzählen kann, wie man als Mann im 21. Jahrhundert funktionieren soll. Das ist die eine Sache. Die einen erwarten von einem total männlichen Geschlecht auch sehr oft einfach total sensibel und alles zu sein. Und manche wissen dann halt einfach nicht, was sie damit und mit sich anfangen sollen. Und manche erwarten von ihnen immer noch sicherlich, dass sie so männlich sein sollen, wie sie nur können."
peta: "Das merke ich auch, dass da diese Verunsicherung entsteht. Die Gesellschaft hätte eigentlich gerne, dass alle alles drauf haben und bei Bedarf das Richtige ausspielen."
Wanja: "Das stelle ich mir sehr anstrengend vor. Aber bei Mädchen ist das auch so. Bei Mädchen ist es ähnlich, also an die gibt es auch sehr viele Erwartungen von der Gesellschaft.
Am besten ist natürlich das, was sich selber am besten anfühlt."
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